Wie misst man PR-Erfolg im KI-Zeitalter?
Warum klassische PR-Kennzahlen bleiben – und AI Citations das Reporting ergänzen.
September 7, 2026
„Selbst sehr professionell aufgestellte Teams können einen blinden Fleck haben: Sie erfassen bislang nicht, wie sich die Darstellung einer Marke in KI-generierten Umgebungen entwickelt – obwohl die Wahrnehmung von Zielgruppen zunehmend genau dort geprägt wird.“
Michael Winter, Senior Solutions Specialist – Product & Event Marketing Manager – EMEA, Notified
Der Klick war lange eine zentrale Währung digitaler PR. Heute reicht er allein nicht mehr.
Der blinde Fleck: Reichweite und Resonanz werden gemessen. Ob KI PR-Inhalte zitiert – nicht.
Die neue Messgröße: AI Citations. Sie zeigen, ob und wie oft PR-Inhalte von KI-Systemen als Quellen zitiert werden.
Das Fazit: PR-Erfolg wird neu vermessen. Nicht nur Reichweite zählt – sondern auch, ob Ihre Kommunikation zur Quelle für KI wird.
Klassische PR-Kennzahlen zeigen nicht mehr das ganze Bild
Reichweite, Klicks, Website-Traffic, Medienberichte, Sentiment-Analysen – PR-Teams haben ihre Erfolgsmessung stark weiterentwickelt. Dieses Fundament bleibt unverzichtbar.
Doch auch die Informationssuche verändert sich. Statt sich durch Trefferlisten zu klicken, erhalten Nutzer von ChatGPT, Claude, Gemini oder Perplexity direkt ausformulierte Antworten. Laut Bain & Company greifen rund 80 Prozent der Befragten bei mindestens 40 Prozent ihrer Suchen auf KI-generierte Zusammenfassungen zurück; auf klassischen Suchmaschinen enden rund 60 Prozent der Suchvorgänge inzwischen, ohne dass Nutzer auf eine weitere Website wechseln.
Das prägt, wie Marken wahrgenommen werden – und kann Informations- und Kaufentscheidungen beeinflussen. Wie eine Organisation in KI-Antworten erscheint, wird damit zur strategischen Frage.
Was PR-Teams im KI-Zeitalter zusätzlich wissen müssen
Für PR heißt das: Wirkung endet nicht mehr beim Klick. Sie entsteht in der KI-Antwort – und muss dort auch messbar werden. Klassische Kennzahlen liefern dafür keinen Maßstab.
Neue Fragen rücken in den Vordergrund:
- Taucht die Marke überhaupt auf? Erscheint die Marke bei relevanten Themen in KI-Antworten – und in welchem Kontext?
- Welche Quellen prägen die Antwort? Unternehmenswebsite, Newsroom, über einen Newswire verbreitete Pressemitteilung oder Medienbericht: Welche davon werden zitiert – und gehören die eigenen PR-Inhalte dazu?
- Stimmt die Darstellung? Sichtbarkeit allein reicht nicht. KI-generierte Antworten können Halluzinationen enthalten – also unzutreffende oder erfundene Informationen – oder auf veraltete Quellen zurückgreifen. Greift ein KI-System auf eine alte Pressemitteilung zurück oder erzeugt fehlerhafte Details, bleibt die Marke möglicherweise sichtbar – doch die dargestellten Informationen können falsch sein.
- Wer prägt das Themenfeld? Welche Wettbewerber tauchen neben der eigenen Marke auf – und welche Unternehmen bestimmen die Antworten zu strategisch wichtigen Themen?
Diese Fragen markieren eine neue Realität für die PR-Messung. Nicht alles davon lässt sich heute vollständig mit PR-Tools abbilden. Ein Teil ist aber bereits konkret messbar: AI Citations. Die Frage heißt also nicht mehr nur: Wie weit ist unsere Kommunikation gekommen? Sondern auch: Wird sie Teil der Antworten, die KI daraus formuliert?
Was AI-Citation-Daten über die PR-Wirkung zeigen
Eine im Juni 2026 durchgeführte Analyse von 8.000 über GlobeNewswire verbreiteten Pressemitteilungen zeigt: AI Citations entstehen nicht nur häufig, sondern auch schnell. 99,3 Prozent der untersuchten Releases wurden von ChatGPT oder Claude zitiert – die erste AI Citation erfolgte im Durchschnitt bereits nach acht Stunden.
Dabei geht es nicht nur um Geschwindigkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass über einen Newswire verbreitete Pressemitteilungen zu Quellen für KI-generierte Antworten werden können. Damit reicht die Wirkung von PR-Inhalten über klassische Reichweite und Resonanz hinaus.
Notified erweitert die PR-Messung um genau diese Perspektive. In einer Partnerschaft mit Profound – einer auf AI Visibility spezialisierten Plattform – hat Notified deren Technologie in seine Newswire Analytics integriert, die Teil von Content OS sind. Profound analysiert KI-generierte Ergebnisse und macht sichtbar, wo und wie Marken darin erwähnt werden.
So können Kommunikationsverantwortliche nachvollziehen, wann über GlobeNewswire verbreitete Pressemitteilungen von KI-Systemen aufgegriffen, referenziert oder zitiert werden. AI Citations lassen sich direkt neben etablierten PR-Kennzahlen wie Reichweite, Klicks und Medienberichterstattung betrachten.
PR-Erfolg braucht beide Perspektiven
Es geht nicht um Klicks oder Citations – es geht um beides.
Klassische Kennzahlen zeigen, welche Reichweite und Resonanz Kommunikation bei Journalisten und anderen Zielgruppen erzielt und welche Medienberichterstattung sie generiert. AI Citations zeigen zusätzlich, ob diese Kommunikation auch Eingang in KI-generierte Antworten findet.
Erst zusammen zeigen beide Perspektiven, wie PR heute tatsächlich wirkt. Für Kommunikationsverantwortliche verschiebt sich damit der Maßstab: Erfolg heißt nicht mehr nur, Aufmerksamkeit zu erzeugen – sondern mit den richtigen Informationen dort präsent zu sein, wo Antworten entstehen.
Für GEO liefern AI Citations damit einen konkreten Ausgangspunkt. Wer erkennt, welche eigenen Inhalte von KI-Systemen als Quellen ausgewählt werden, kann Inhalte und Distribution gezielter darauf ausrichten, auch in der Answer Engine Economy sichtbar zu bleiben.
Am 17./18. September: Notified beim Kommunikationskongress 2026 (Berlin + digital)
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